Personelle Schmerzgrenze erreicht

6. Jan, 2011

929-mal rückte Feuerwehr Bruchsal im Jahr 2010 aus – so oft wie nie zuvor

Bruchsal. Einen traurigen Rekord hat die Feuerwehr Bruchsal im Jahr 2010 aufgestellt: 929 Mal – so oft wie niemals zuvor – rückten die Abteilungen zu Einsätzen aus, wobei die Bruchsaler Kernstadtwehr mit 566 Einsätzen den Löwenanteil zu stemmen hatte. 152 Mal rückten die Untergrombacher, 72-mal die Büchenauer, 61-mal die Heidelsheimer, 43-mal die Helmsheimer und 35-mal die Obergrombacher Floriansjünger aus. 2009 standen die Abteilungen insgesamt 843-mal im Einsatz – eine Zunahme von mehr als zehn Prozent. Diese beeindruckenden Zahlen nannte Stadtbrandmeister Bernd Molitor beim Neujahrsempfang der Wehr in der Bruchsaler Feuerwache. Bürgermeister Ulli Hockenberger sprach von „erschreckenden Zahlen“, die die Frage aufwerfen, wie die Freiwillige Feuerwehr Bruchsal die steigenden Einsatzzahlen und die physische wie psychische Belastung künftig noch durchstehen will.

Vor dem Hintergrund, dass die Einsatzstunden von rund 12 000 im Jahr 2010 auf nunmehr 17 700 geschnellt seien, müsse auch danach gefragt werden, wohin das Ehrenamt steuert. Hockenberger räumte ein, dass die massive Zunahme der Großbrände im letzten Jahr – Stichwort Brand der Müllsortieranlage – eher ungewöhnlich sei, dennoch aber die personelle Schmerzgrenze erreicht und das Verständnis der Arbeitgeber sowie der Feuerwehr-Familien nicht endlos strapazierbar sei. Alles in seiner Macht Stehende werde der Gemeinderat im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten tun, der Feuerwehr das nötige Material an die Hand zu geben. Es sei ihm daher eine Ehre, den Männer und Frauen der Bruchsaler Feuerwehr für ihren ehrenamtlichen Einsatz den Dank der Bevölkerung auszusprechen, sagte der Bürgermeister.
Trotz der enormen Einsatzbelastung berichtete Stadtbrandmeister Bernd Molitor, der seit einem Jahr hauptamtlich an der Spitze der Truppe steht, von einer erfreulichen Entwicklung: In den vergangenen beiden Jahren stieg die Zahl der Feuerwehrleute entgegen dem Landestrend von 593 auf nunmehr 633 Männer und Frauen. Stetig nehme auch der Personalbestand bei der Jugend zu. Derzeit befinden sich 149 Jungen und Mädchen in der Ausbildung – Tendenz steigend.
Durch die stark gestiegene Belastung wegen zahlloser Termine und Einsätze müsse laut Molitor auch die Führungsstruktur der Feuerwehr geändert werden. Künftig soll neben Steffen Zimmermann und Thomas Zöller ein dritter Stellvertreter dem Stadtbrandmeister zur Seite stehen, um die Belastung auf mehr Schultern zu verteilen. Für den verantwortungsvollen Posten wird der Bruchsaler Abteilungskommandant Holger Kling zur Verfügung stehen, gab Molitor bekannt. Außerdem soll durch einen komprimierten, umfangreichen Dienstplan im neuen Jahr die Ausbildung in der Bruchsaler Kernstadtwehr optimiert werden, hieß es.
Eine besondere Ehrung wurde Ulrich Koukola zuteil, der im vergangenen Jahr seinen bis dahin ehrenamtlich bekleideten Posten als Stadtbrandmeister an Bernd Molitor übergeben hatte: Bürgermeister Ulli Hockenberger verlieh Koukola für seine langjährigen, außergewöhnlichen Verdienste um das Ehrenamt unter dem Beifall der versammelten Feuerwehr die Adolf-Bieringer-Medaille.

Ein Bericht von Peter Huber / BNN

Einsatzberichte dieses Jahr veröffentlicht

218

Brandeinsätze 111
   davon Brandmeldeanlagen 57
      BMA Fehlalarme 47
Hilfeleistungen 97
   davon First Responder 2
Umwelteinsätze 2
Fehlalarme (ohne BMA) 8

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