Praxisausbildung „Vegetationsbrand“

10. Juli, 2026

Nachdem es am Donnerstag eine theoretische Ausbildungseinheit zum Thema "Wald- und Vegetationsbrände" gab, trafen sich am heutigen Freitagnachmittag ab 16:00 Uhr rund 25 Einsatzkräfte aller Abteilungen der Feuerwehr Bruchsal zu einer praxisnahen Vegetationsbrandübung in der Verlängerung des Sennigwegs in Heidelsheim. Die 25 Feuerwehrleute waren in zwei Gruppen eingeteilt, wobei die erste Gruppe zwischen 16:00 und 18:00 Uhr übte und von der zweiten Gruppe um 18:00 Uhr "abgelöst" wurde.

Auf einem bereits abgeernteten Stoppelfeld lernten die Feuerwehrfrauen und -männer verschiedene Arten zur Bekämpfung von Vegetationsbränden kennen. Dabei wurden kleinere Flächen des Stoppelfeldes in Brand gesetzt, die dann mit entsprechenden Taktiken und Techniken gelöscht werden mussten.

So schlugen die Gruppen mit speziellen Werkzeugen (McLeod-Tool, Gorgui-Tool) Schneisen rund um den Brandherd auf dem Stoppelfeld, um dem Feuer damit die Nahrung (brennbares Material) zu entziehen, sobald es die Schneise erreicht hat. Die Flammen am Rand der Schneise konnten dann mit Feuerpatschen ausgestrichen (gelöscht) werden. Durch das Ausstreichen mit den Feuerpatschen wurde Erde über die Flammennester gelegt. Das entzog dem Feuer den Sauerstoff und es erlosch.

Ein weiteres Übungsszenario war die gezielte Brandbekämpfung nur mit den bereits genannten Werkzeugen (McLeod-Tool, Gorgui-Tool, Feuerpatsche) und einem Löschrucksack. Dabei gingen die Einsatzkräfte über die bereits abgebrannte Fläche hinter dem Feuer her und bekämpften es, in dem die Flammen zunächst mit den Feuerpatschen ausgestrichen wurden und dem Feuer dann danach mit McLeod- und Gorgui-Tool noch weitere Nahrung entzogen wurde. Ein so genannter "Spotter" (Beobachter; engl.: to spot: beobachten, sichten) hatte dabei die Aufgabe das Feuer, dessen Ausbreitung, Windrichtung usw. im Auge zu behalten und die Löschmannschaft entsprechend zu dirigieren oder bei Gefahr zu warnen. Der Spotter trägt auch den Löschrucksack, um im Bedarfsfall durch Abgabe von gezielten Wasserstößen Brandherde zu bekämpfen bzw. in Schach zu halten. Was dabei überraschte, war, wie effektiv selbst der Einsatz von wenig Wasser bei solchen Vegetationsbränden sein kann.

Als weitere Möglichkeit der Bekämpfung von Vegetationsbränden wurde die Pump & Roll-Taktik geübt. Dies ist ein spezielles taktisches Verfahren bei der Feuerwehr, das es ermöglicht, Löschmittel (in der Regel Wasser, seltener auch Schaum) während der Fahrt eines Löschfahrzeugs abzugeben. Hierbei folgten zwei Feuerwehrleute mit je einem D-Schlauch, die an einem TLF 3000 W angekuppelt waren und Wasser abgaben, dem Brandherd und löschten die Flanken des Feuers. Das TLF 3000 W fuhr den Feuerwehrleuten langsam hinterher und und benetzte mit seinen in Richtung Boden gerichteten Sprühdüsen die abgelöschte Fläche weiter, um ein Wiederaufflammen des Feuers zu verhindern.

Die Einsatzkräfte konnten bei dieser Übung einige Erkenntnisse mitnehmen. So wurde ihnen sehr schnell bewusst, dass ein Feuer auch auf einem bereits abgeernteten Feld - also mit eigentlich wenig brennbarem Material - eine enorme Hitze entwickeln kann. Hier bewährte sich die für solche Einsätze speziellere leichtere Einsatzkleidung, die seitens der Feuerwehr beschafft wurde. Auch Thermik und Windrichtung bei solchen Feuern entfalten eine gewisse Eigendynamik, die bei der Brandbekämpfung von den Einsatzkräften berücksichtigt werden muss. Die Hitze und die Arbeit mit den Geräten, um Schneisen zu schlagen oder das Feuer zu löschen, führen schnell zur Erschöpfung, so dass bei größeren Vegetationsbränden entsprechend Personal vorgehalten werden sollte.

Nach etwa vier Stunden endete diese sehr gute praxisnahe Übung.

Bericht: Thomas Bottling

Bilder: Feuerwehr Bruchsal (nila)

Einsatzberichte dieses Jahr veröffentlicht

322

Brandeinsätze 179
   davon Brandmeldeanlagen 59
      BMA Fehlalarme 52
Hilfeleistungen 128
   davon First Responder 4
Umwelteinsätze 0
Fehlalarme (ohne BMA) 15