05.03.2017 Feuertaufe für den roten Roboter

dsc 5525Bruchsal. Feuerwehr teste LUF 60 unter realen Bedingungen in Parkgarage Bürgerzentrum

Die Sicht kaum mehr als 30 Zentimeter. Ansonsten völlige Dunkelheit. Alles verraucht. Nur schwerlich ist der Brandherd in der Tiefgarage auszumachen. Doch seit Sonntag ist für die Freiwillige Feuerwehr Bruchsal alles anders: Binnen weniger Minuten hat ihr roter Roboter die Parkgarage unter dem Bürgerzentrum vom dichten Rauch befreit, so dass die Feuerwehrmänner und –frauen wesentlich schneller zum Feuer vordringen können. Das LUF 60 hat seine Feuertaufe bestanden.

Was sich am Sonntag in der Parkgarage abgespielt hat, war freilich nur eine Übung – speziell für das Löschunterstützungsfahrzeug LUF 60, das fernsteuerbare Fahrzeug mit Kettenantrieb und Hochleistungslüfter. Denn dieses von John Deere angeschaffte Multitalent für heikle Jobs gehört erst seit wenigen Monaten zum Equipment der Bruchsaler Feuerwehr. Es ist übrigens eines von 250 weltweit. Auch die Spezialeinheit LUF 60 wurde erst in den vergangenen Wochen im Umgang mit dem neuen Hochleistungsroboter intensiv geschult, wie Feuerwehr-Fachberater Chemie Klaus Fehrer sagt. In der Tiefgarage galt es nun, den LUF 60 unter Realbedingungen zu testen.

Denn: „Das LUF 60 ist für schwierige Einsätze in Industriehallen, Tiefgaragen und Tunnel gedacht, bei denen große Hitze und extreme Sichtbehinderungen durch Rauch herrschen“, sagt Stadtbrandmeister Bernd Molitor. „Situationen, die für unsere Einsatzkräfte schwer zu beherrschen sind.“

Unter dem Bürgerzentrum waren es zwei Nebelmaschinen, die eine verrauchte Parkgarage simulierten. Zwei Mann machten sich mit dem roten Roboter auf den Weg ins Dunkle. Und schon schlug die Stunde des LUF und seiner enormen Lüftungsleistung: Pro Stunde bewegt er 90000 Kubikmeter Luft, was bei Bränden in Tiefgaragen und Tunnel lebensrettend sein kann. In Nu war die Garage denn auch rauchfrei, freie Sicht für die Einsatzkräfte.

Mindestens genauso wichtig: Das Spezialfahrzeug kann einen über 50 Meter langen Wassernebel aufbauen und so die Umgebung kühlen. Bei einem Tiefgaragenbrand entwickle sich eine extrem hohe Hitze, die den Stahlbeton stark beanspruche, so Fehrer. „Der Wassernebel sorgt aber dafür, dass der Beton gekühlt wird und das Bauwerk stabil bleibt.“

25 Männer und Frauen waren an diesem Sonntag im Übungseinsatz. Denn auch die künftige Mannschaftsstärke wurde getestet. Schließlich werde das LUF 60 künftig im gesamten Landkreis Karlsruhe eingesetzt. „Sowohl vom körperlichen Einsatz her wie von der Logistik für die Schläuche braucht unsere Spezialeinheit dann immer die Unterstützung der örtlichen Feuerwehren“, merkt Fehrer an.

Für diese besondere Übung habe die Bruchsaler Tourismus, Marketing und Veranstaltungs GmbH die Parkgarage gerne zur Verfügung gestellt, sagt deren Geschäftsführerin Birgit Kling: „Die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr Bruchsal investieren schließlich am Sonntag ihre Freizeit, um für die Einsätze mit dem LUF, um für unser aller Sicherheit fit zu sein.“ Auch Bürgermeister Andreas Glaser war vor Ort: Es sei eine tolle Sache gewesen, dass die Feuerwehr dieses vielseitige Einsatzgerät unter realistischen Bedingungen testen konnte. Schließlich seien für das LUF 60 neue Spezialisten ausgebildet worden, die für alle Ernstfälle gerüstet sein müssten. „Ich bin wirklich beeindruckt, mit welchem ehrenamtlichen Engagement die Feuerwehrleute immer wieder ihrer Berufung nachgehen.“

Bericht: Franziska Ritter BTMV GmbH

Bilder: [tcz]

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